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Presse

Ein Einblick in die Zeitungsrezensionen vergangener Jahre

2012

Hochkarätige Darbietungen begeistern

"Fröhliche Harmonika" lautete der Titel des bundesweiten Akkordeonwettbewerbes, der heuer erstmals vom Deutschen Harmonika-Verband (DHV) in Kolbermoor stattfand. Und fröhlich ging es tatsächlich während der zweitägigen Veranstaltung in der Mangfallstadt zu. Rund 300 Musiker aus ganz Deutschland musizierten gut gelaunt und stellten vor Hunderten von Zuschauern ihr Können unter Beweis.

Kolbermoor - Begonnen hatte die Geschichte des Wettbewerbes für Harmonikainstrumente unter dem Titel "Fröhliche Harmonika" in Inzell. Später wurde die Veranstaltung in Bad Reichenhall abgehalten. Dann kam dem Kolbermoorer Michael Weingartner die Idee, den Wettbewerb nach Kolbermoor zu holen.

Gesagt, getan. Weingartner und seine Familie haben viel Zeit, Mühe und Engagement in die Vorbereitungen gesteckt, um den Aufenthalt für die Musiker hier zu einem Erlebnis werden zu lassen.

Wie hervorragend die Organisation war und wie wohl sich die Gäste in der Mangfallstadt gefühlt haben, stellte Hedy Stark-Fussnegger, geschäftsführende DHV-Vizepräsidentin, in ihrer Ansprache im Mareissaal heraus.

Manche Musiker mussten erst Entfernungen bis zu 700 Kilometer zurücklegen, um im Mareissaal oder in der Musikschule spielen zu können. "Doch die Stimmung ist unglaublich gut und ich bin überrascht, wie viele Zuhörer wir haben", freute sich Hedy Stark-Fussnegger.

Der Wettbewerb habe Hunderte Menschen in die Mangfallstadt gelockt und alle würden sich hier gut aufgehoben fühlen. Die DHV-Vizepräsidentin lobte das große Engagement von Michael Weingartner. Zusammen mit seiner Familie und durch Unterstützung von Günther Obermeier, Leiter der Stadtsing- und Musikschule, sei eine rundum gelungene Veranstaltung realisiert worden.

Rund 290 Musiker im Orchester und etwa 110 Solisten und Duospieler sowie Kleingruppen traten an zwei Tagen vor Publikum auf und ließen sich von Experten bewerten. So hatte die Jury mit Karin Renner-Kiese, Professor Hans Maier, Hedy Stark-Fussnegger, Philipp Haag, Gerhard Koschel, Daniel Zacher, Helmut Weinzierl und Alexander Cargnelli die Qual der Wahl.

Das Alter der Teilnehmer war bunt gemischt. So waren die jüngsten Musiker beispielsweise sieben Jahre alt. Glücklich über den gut vertretenen Nachwuchs war Stark-Fussnegger. Die Einführung der Ganztagesschulen erschwere für viele Kinder und Jugendliche das Musizieren. Die Freizeit sei knapper bemessen und das Üben des Instrumentes dadurch anstrengender.

Anstrengung war den Musikern dagegen bei ihren Auftritten nicht anzumerken. Gekonnt unterhielten sie das Publikum und heimsten viel Applaus ein. Ernste Gesichter ließen jedoch die Konzentration vermuten, mit der die Teilnehmer ihre Stücke absolvierten.

Ein wenig stolz darüber, den hochkarätigen Wettbewerb nun in Kolbermoor angesiedelt zu haben, war auch Bürgermeister Peter Kloo: "Dass die Wahl auf unsere Stadt fiel, ist sicher auch ein weiterer Beleg für die hervorragende Arbeit unserer Stadtsing- und Musikschule."

Mit viel Liebe zum Detail hatten Michael Weingartner und seine Familie für jeden Teilnehmer einen aus Holz geschnitzten Anhänger mit dem Logo der "fröhlichen Harmonika" darauf angefertigt. Außerdem erhielt jeder Musiker eine Festschrift.

Nach der Wertungsbekanntgabe am Abend mit Preisverleihung rundete ein gemütliches Beisammensein mit gemeinsamem Musizieren den ersten Kolbermoorer Akkordeonwettbewerb ab.

Für Kolbermoor erfolgreich waren: In der Kategorie Akkordeon Solo erreichten Adrian Stark in der Altersklasse 2 von neun bis zehn Jahren mit 41 von 50 möglichen Punkten und Jakob Keck in der Altersklasse 3 der Elfjährigen mit 43 Punkten die Wertung "hervorragend". Die Siegerpokale übergab Schirmherr Bürgermeister Peter Kloo.

Jeweils einen zweiten Preis erspielten sich Hannes Pratsch in der jüngsten Altersklasse der Sieben- und Achtjährigen mit der Wertung "ausgezeichnet" und Andreas Weyerer in der höchsten Altersklasse 18 Jahre und älter mit "hervorragend". Die Wertung "sehr gut" wurde von der Jury Benedikt Seifert zuerkannt. dli (OVB vom 17.10.2012)

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Facettenreiches Akkordeonspiel geboten: Mitreißendes Konzert zum 35-jährigen Bestehen des Akkordeonorchesters Kolbermoor im Mareissaal

Kolbermoor - Das Akkordeonorchester Kolbermoor gab jetzt im Mareissaal nach längerer Zeit wieder ein fulminantes Konzert: anlässlich des 35-jährigen Bestehens. Neben vielen langjährigen Anhängern des Ensembles, das Teil der städtischen Sing- und Musikschule ist, fanden sich auch reichlich Gäste ein, die seit Jahrzehnten von der Vielseitigkeit des Akkordeonspiels begeistert sind.

Im Rahmen des Bühnenjubiläums ließ es sich das Orchester unter der Leitung von Michael Weingartner nicht nehmen, die ganze Bandbreite des Instruments gekonnt zu präsentieren. Josef Hellmesberger juniors rasanter "Teufelstanz" eröffnete den Abend und stellte gleich zu Beginn die hohe Fingerfertigkeit der Musiker unter Beweis. Karl Jenkins barock anmutende Streichersuite "Palladio", welche ursprünglich für eine Diamantenwerbung komponiert wurde, rundete den klassischen Einstieg wirkungsvoll ab.

Bereits beim letzten Konzert hatte sich ein kleiner aber erlesener Klassikanteil als erfolgreich erwiesen, weshalb das Orchester auch dieses Mal verstärkt auf moderne Stücke setzte. "Eve of the War" von Jeff Wayne aus seiner Musicalvertonung des Science Fiction Romans "Krieg der Welten" schlug hierbei die perfekte Brücke zwischen Klassik und Pop. Das gewaltige Klangbild, unterstützt von Keyboard und Klavier, stellte nicht zuletzt aufgrund seines starken Einsatzes von Schlagwerk und Percussion ein erstes Highlight im Programm dar. Leichte rhythmische Schwankungen gab es dagegen im Mittelteil von "Gusty Garden" aus dem Spiel "Super Mario Galaxy", die aber schnell überwunden wurden und so dem Stück ein glänzendes Finale verschafften.

Auf besondere Begeisterung stieß das "Concerto d'amore" von Jacob de Haan, das Leonhard Seiderer von der Stadtkapelle Kolbermoor als Solist auf der Trompete darbot. Ursprünglich für symphonische Blasmusik geschrieben, vereint de Haan Pop, Klassik und Swing in einem packendem Wechsel. Die gelungene Kombination aus Akkordeon und Trompete sollte das Orchester als Anregung nehmen, öfters mit neuen Klangfarben und Instrumenten zu kooperieren.

Neben den eigenen Feierlichkeiten widmete sich das Akkordeonorcheser in der zweiten Halbzeit dem 40-jährigen Abba-Jubiläum und präsentierte unter anderem bekannte Songs wie "Mamma Mia" oder "Money, Money, Money" in optisch entsprechender Kostümierung aus den Siebzigern. Auch Manuel Pavlovic, der durch den Abend führte, trat dem Medley angemessen in passendem Outfit auf und wusste durch reichhaltiges Wissen aus der Orchestergeschichte zu überzeugen. Für ihn war es eine Premiere als Moderator und nach anfänglicher Nervosität gewann er im Laufe des Abends zunehmend an Sicherheit. Reinhard Malcher setzte in der Technik mit dezenten Lichtspielen stimmungsvolle Akzente.

Nach einer italienischen Tarantella wagte sich das Orchester an das äußerst anspruchvolle "Tango-Medley" von Hans Boll. Die konzertante Bearbeitung von "La Cumparsita", "Hernando's Hideaway" und "Love Smiles" verfehlte ihre gewünschte Wirkung nicht und die Spieler meisterten diese Herausforderung mit Bravour. Sehr beliebt und kaum mehr wegzudenken ist das bayerische Ensemble aus sechs Spielern, das unter Begleitung einer Tuba, gespielt von Andreas Schweinsteiger, mit zwei bayerischen Stücken für besondere Farbtupfer im Programm sorgte.

Anschließend steigerte sich mit den "Italo Pop-Hits" trotz leichter anfänglicher rhythmischer Schwierigkeiten die Vorfreude auf den Sommer, bevor "Celebration" mit einer Mischung aus Kool and the Gang und Beethovens fünfter Sinfonie zum sprichwörtlich strahlenden Finale überleitete. Als besondere Überraschung hatte das Orchester unter jedem Sitz einen neonfarbenen Leuchtstab angebracht, und so versank der Saal zu "Thank you for the music" in einem wogenden Lichtermeer.

Die erste Zugabe, John Miles' Rockhymne "Music", die insbesondere von den Percussionisten leidenschaftlich und voluminös dargeboten wurde, erwies sich als weiterer Höhepunkt, bevor das Akkordeonorchester das Publikum mit "Zorba's Dance" unter einem wahren Begeisterungssturm nach Hause schickte. Die überwältigende Resonanz nach einem rundum gelungenen Konzert lässt hoffen, dass Michael Weingartner noch mindestens das 40-jährige Jubiläum mit seinem Orchester begehen wird.Termine und auch weitere Informationen über das Akkordeonorchester gibt es im Internet unter www.akkordeonorchester-kolbermoor.de. (OVB vom 26.04.2012)

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2011

Blau-weiß traf auf weiß-blau

Bad Aibling - Der übervolle Kurhaussaal sah am Freitag einen bayerisch-griechischen Abend, der die vielen Besucher begeisterte. Auf Einladung des Joseph-Haas-Chors weilte die griechische Kunst- und Musikvereinigung O Pimenikos Avlos aus Keratsini (Nähe Piräus), zu der man seit 1998 freundschaftliche Beziehungen pflegt, in der Kurstadt.

Und was lag dabei näher, als Kunst und Kultur beider Länder zusammenzubringen? Und das gelang auf eindrucksvolle Weise mit einem Heimatabend. "Der heutige Heimatabend wird anders ablaufen als gewöhnlich", so Irene Poidinger, Vorsitzende des Joseph-Haas-Chors, die locker-leger durch den Abend führte. Und dabei hatte sie nicht zuviel versprochen, denn Suflaki und Weißwurst lagen an diesem Abend genauso nahe beieinander wie die Nationalfarben beider Länder. "Wir haben die gleichen Farben, Bayern Weiß-Blau und Griechenland Blau-Weiß," so Poidinger.

Dass Musik keine Grenzen kennt, fand auch Bürgermeister Felix Schwaller, der gestand: "Mir geht das Herz über, wenn ich den vollen Kurssaal sehe." Abwechselnd gab es dann bayerische und griechische Folklore zu bestaunen. Auf bayerischer Seite traten der Joseph-Haas Chor mit Dirigentin Susanne Tutert, der auch bayerisch sang, sowie das "AOK", das Akkordeon-Orchester Kolbermoor auf, das Werke aus Rock, Pop und Klassik zum Besten gab. Plattler und Volkstanz zeigten die beiden Aiblinger Trachtenvereine Edelweiß und Oberlandler, begleitet von der Willinger Musi.

Den Mittelmeerstaat repräsentierten alsdann der Chor O Pimenikos und die Tanzgruppe Avlos aus Athen. Sie formierten sich aus dem Wunsch heraus, die orthodoxe Tradition, das griechische Kulturerbe und die 3000 Jahre alte Geschichte Griechenlands zu bewahren. Vieles davon brachte Irene Poidinger bei ihrer Moderation dem Besucher auch näher.

Feuer- und Schwertertanz sowie Sirtaki begeisterten das Publikum genauso wie die Trachtentänze und der Auftritt des Joseph-Haas-Chors, dessen Frauen im Dirndlkleid die Bühne betraten. Das Ende bildete ein von beiden Chören gemeinsam gesungenes Lied. Mit einer Kerze und einem Krug bedankte sich Aiblings Bürgermeister beim griechischen Kirchenoberhaupt Father Polykarpos. Dessen Worten zufolge sollte dieser schöne Abend nie zu Ende gehen. "Ich erwarte sie alle wieder in Griechenland", so Polykarpos lächelnd. Einritt hätte für diesen Abend jeder gerne bezahlt. Da dieser jedoch frei war, wurde zur Deckung der Unkosten um Spenden gebeten.(ws)

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Mit Schwung in den Frühling - Musikalische Grüße nach Chile schicken

Dreierlei gab es beim schwungvollen Benefizkonzert der Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor am vergangenen Freitag in der Aula der Pauline-Thoma-Schule zu bestaunen: Die hochkarätige Vielfalt der musikalischen Darbietungen, die von Chormitgliedern und der „Delikatessenfirma“ fabrizierten Schmankerl, sowie die grandiose Spendenfreudigkeit der begeisterten Zuhörerschaft.

Musikschulleiter Eduard Berger hatte mit zehn seiner Kollegen und über 120 mitwirkenden Jugendlichen ein phantasievolles Konzert aus 30 Musikstücken und Liedern arrangiert. Er begrüßte mit launigen Worten die Künstler, die Ehrengäste (stellvertretend sei die Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl genannt), sowie die vierhundert Zuhörer. Seine Bemerkung, dass es sich um eine Sternstunde seiner Musikschulleiters-Tätigkeit handle, bestätigte sich ein ums andere Mal. Die fünf Solisten des Abends, Christoph Leimer, Leonhard Seiderer, Katharina Neumeier, Anna Keller und Paulina Ponomarova, allesamt „Jugend-musiziert“-Teilnehmer, wurden für ihre sowohl virtuosen als auch gefühlvoll-verträumten Vorträge bejubelt. Die kleineren Ensembles (Blechbläser, Gitarren und Flöten) erstaunten durch höchst anspruchsvolle und pfiffige Kompositionen, die sie souverän vortrugen.

Die großen Chöre und Orchester bestachen durch Präzision, Leichtigkeit und farbenfrohe Abwechslung: das Akkordeonorchester (Michael Weingartner), der Kinderchor 1 (Elisabeth Riedl), die Jazz-Combo (Günther Obermeier), der Kinderchor 2 und der Projektchor der Jugendlichen und Jung-Erwachsenen (Martin Kreidt). Es ist schier unmöglich, im Rahmen eines Gesamtartikels alle Werke und Interpreten einzeln zu würdigen. Auf sehr ansprechende Weise taten die heiteren jugendlichen Ansager, die mit wohlvorbereiteten Sätzen allerlei Interessantes und Verbindendes aussprachen und dabei manchen Fernseh-Moderatoren in den Schatten stellten.

Die bewegendste Ansage hatte aber natürlich Elisabeth Stork, Rektorin im Kirchendienst, die seit 25 Jahren das Kinderheim ihrer Freundin Rosemarie Vogler tatkräftig unterstützt. Sie erzählte in einem kurzen Lichtbildervortrag über das arme, aber touristisch reizvolle Land Chile, das sich von der Atacama-Wüste im Norden und Patagonien im Süden über 5000 Kilometer entlang der Pazifikküste bis zu den Osterinseln am äußersten Ende von Südamerika erstreckt. Kein Auge blieb trocken, als sie die bewegenden Kinderschicksale der vielen kleinen Cristinas, Rodriguez’, Loretos, Catalinas, Elianas und Mauricios darstellte, die als Waisen oder Verstoßene, als Behinderte oder Vergewaltigte im Kinderheim von Osorno betreut und erzogen werden.

Ihre Worte lösten eine Flut der Hilfsbereitschaft aus. Diese entlud sich im Anschluss an das Konzert bei Gesprächen und einigen Gläschen chilenischen Weins, sowie überaus vielfältigen Häppchen, die Singschulangehörige und die „Delikatessenfirma“ der Pauline-Thoma-Schule zubereitet hatten, in Form von Spenden. So konnten der vom Helfen in Chile erfüllten Konrektorin E. Stork schließlich fast 1.500,- Euro für „ihren“ Kinderheim e.V. übergeben und weitere Spenden auf das Konto 140 698 887, BLZ 702 501 50 dieses gemeinnützigen Vereins bei der Sparkasse München-Starnberg versprochen werden. Die glückliche Kinderheim- (Zweit) - Mutter versäumte es auch nicht, die Musiklehrer und speziell auch die jungen Leute aus dem Projektchor einzuladen, doch einmal selbst zusammen mit ihr die weite Reise nach Chile zu unternehmen um das segensreiche Haus dort zu besichtigen. (CEB)

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2009

Akkordeon vom Feinsten

Kolbermoor - Menschen, die durchaus musikliebend sind, jedoch mit der langen Tradition des Kolbermoorer Akkordeonorchesters nicht vertraut sind, könnten meinen, so ein großer Konzertabend mit diesen Instrumenten lasse eine gewisse Eintönigkeit aufkommen. Weit gefehlt, denn das jüngste Konzert des Orchesters im Mareis-Saal bot einen bunten Reigen, der in seinem Spektrum von der Klassik bis hin zur Musik unserer Zeit reichte. Dazu inszenierte das Ensemble noch reichlich Gags hinein und wusste sich auch mit den bescheidenen Lichteffekten des Hauses gut zu helfen. Sehr nervös allerdings der Auftakt mit der Ouvertüre zur "Fledermaus" von Johann Strauss (Sohn). Rhythmisch gab es kleine Differenzen, die aber zum Ende des Stücks in ein ruhigeres Fahrwasser gelangten. Davon profitierte Fancellis "Aquarelli Cubani" vorzüglich, und die satten Farben der Komposition schillerten gut im tonalen Bild.

Mittlerweile schon "Haudegen" des Orchesters agieren im Quintett als Ensemble "Klingende Tasten". Und was sie können, erklang zur Freude des vollbesetzten Hauses ungemein versiert. Quakernacks "Eskapaden" verführten die Künstler zu wahrhaft tanzenden Tastenspielen mit effektiver Dynamik und Edvard Griegs berühmte "Morgenstimmung" aus der Peer-Gynt-Suite leuchtete behutsam, unterstützt von dezenten Lichtspielen, hinein in die gespannt lauschende Zuhörerschaft.

Gottfried Hummel, der gebürtige Schwarzwälder und Dozent am Hohnerkonservatorium in Trossingen, dem bundesdeutschen Mekka für dieses Instrument, komponierte als Ehrenerklärung an den argentinischen Komponisten Pia Zolla einen "Tango pour Pia Zolla", den wiederum das Orchester rassig und sehr sicher interpretierte. Filmmusiker Klaus Badelt, ebenfalls ein 68er-Jahrgang wie Hummel, schrieb die Musik zum Film "Fluch der Karibik" und die Akkordeonisten verstanden es prima, die Zuhörer die raue Piratenluft schnuppern zu lassen. Die Akteure bedienten sich auch im Kostümverleih und warteten in prächtigen Kostümen mit einer Eifersuchtsszene zur Musik auf. Großer Beifall schon zur Pause für eine immer präziser aufspielende Truppe, die unter Michael Weingartners Stabführung viel Sicherheit gewann und die geforderte Frische und Spritzigkeit nur selten vermissen ließ.

Hoffnungsvoller Nachwuchs gesellte sich im "Harmonika-Gruß" dann zum Ensemble und in Waldvogels "Speed up" zeigten sie ihr Können dann auch bei einem etwas schwierigeren Stück. Pietro Frosini, Sizilianer und erster Star für das Akkordeon, schrieb "Cubanola" und den Musikern gelang hier eine rasante und geradezu heißblütige Interpretation, und diese bravouröse Leistung setze sich in Arie Malands berühmtem Tango "Olé Guapa" bestens fort. Die Programmfolge war bis dahin noch ganz normal. Just aber nach dem Schlager "Ich war noch niemals in New York" schaffte es ein geheim gehaltenes Ensemble, angeführt von Michael Weingartner selbst, unkonventionell, aber einfach großartig, mit zwei Polkas der "Stoabach Buam" den Abend angenehm erfrischend aus den Fugen zu heben. Sicher dürfte es da auch Bürgermeister Peter Kloo, selbst passionierter Akkordeonspieler, in den Fingern gejuckt haben.

Josef Sedlbauer führte mit kleinen Geschichten und Gedichten rund um die Musik durch den Abend und Rudi Haitzinger am Pult hatte technisch alles im Griff. Mit Mikis Theodorakis' berühmtem "Sirtaki" und einer sehr anspruchsvollen Hommage "A little bit of Queen" an die Kultgruppe der Popmusik endete ein wirklich umjubeltes Konzert des Akkordeonorchesters, dessen aufwändige Probenarbeit der vergangenen Wochen ihren positiven Niederschlag in den gezeigten Leistungen fand. Mit den Zugaben Joe Cocker und "Espana Cani" konnte in schmissiger Art der Zugabendurst des Publikums gestillt werden. (js)

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2007

Mit Elan in die Zukunft: 30 Jahre Akkordeonorchester in Kolbermoor

Der Puls für qualifizierte Akkordeonmusik im Landkreis und über seine Grenzen hinaus schlägt zweifelsfrei in Kolbermoor. Chef Michael Weingartner hat es in dreißig unverdrossenen und erfolgreichen Jahren geschafft, ein Orchester zu schaffen, das sowohl im Bereich der Klassik als auch in der Popmusik bis hin zu den einschlägigen Musicals musikalisch auf hohem Niveau zu Hause ist. Das klingt dann so unverbraucht und ansprechend wie beim Konzert zum 30-jährigen Bestehen des Kolbermoorer Akkordeonorchesters im Mareissaal. Auch Hedi Stark-Fußnegger, Vizepräsidentin des bundesweiten Harmonikaverbandes, ließ sich die festliche Gala nicht entgehen und heftete dabei dem "Miche", wie er vom Orchester liebevoll gefeiert wurde, die goldene Ehrennadel ans Revers.

Das Orchester begann den konzertanten Reigen mit Rossinis Ouvertüre zur "Italienerin in Algier". Ein sehr diffiziles Stück mit hohen solistischen Anforderungen, das dynamisch recht ordentlich gemeistert wurde. Absolut zu Hause fühlte sich die Besetzung in den "spanischen Rhythmen", die präzises Spiel, leidenschaftliches Temperament und eine ungemeine Spielfreude des Ensembles aufleuchten ließen.

Michael Weingartner konnte für den Abend die Sopranistin Dagmar Gareis gewinnen. Ein großartiger Schachzug. Die Solistin wurde in Leonard Bernsteins "Glitter And Be Gay" den hohen technischen Anforderungen brillant gerecht und wusste die unterschiedlichen Stimmungen der Komposition überzeugend auszudrücken. Das Orchester begleitete mit viel Gefühl. Das zweite Stück der Sängerin, "Summertime", hätte allerdings noch etwas mehr Zurückhaltung vertragen. Wahre Ovationen gab es für diese beiden Stücke.

Das Quintett "Klingende Tasten" hatte sich anspruchsvolle Werke ausgesucht und scheute auch vor Templetons polyphoner Komposition "Bach goes to Town" nicht zurück. Meisterlich und sehr schwungvoll interpretierte der orchestrale Ableger dann ein umgeschriebenes Streicherstück von Fred Nachbaur sowie Curt Herolds gefälligen "Champagner-Galopp".

Heribert Greiner führte mit launigen Worten durchs Programm, ließ kurze chronistische Anekdoten und wichtige Ereignisse der Orchestergeschichte aufblitzen und würzte mit lustigen Versen nach.

Nach den packenden Melodien aus "Die Schöne und das Biest" durften zu Beginn des zweiten Teils drei vielversprechende Nachwuchsmusiker im Orchester mitwirken. Viel Anerkennung gab es für die junge Truppe und mit diesen Neulingen hat die Gemeinschaft auch weiterhin eine mit Elan gesicherte Zukunft.

Drei Zugaben erklatschte sich das Publikum am Schluss eines berechtigt gefeierten Konzerts, das einmal mehr die Institution "Musikschule Kolbermoor" in das positive Licht ihrer musikalischen Vielseitigkeit rückte. (js)

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2005

Kein Blechschaden, viel Humor

Kolbermoor (ceb) - Zugunsten der neuen Orgel in der Kolbermoorer Kirche Wiederkunft Christi vereinigten sich die Stadtkapelle, das Akkordeonorchester und die Combo «Jazzed Married» unter der Leitung des «Blechschaden»-Anführers Bob Ross zu einem grandiosen Konzert in der Aula der Pauline-Thoma-Schule.

Zugpferd, Dreh- und Angelpunkt dieses vergnügten Musikabends war der Schotte Bob Ross (51) aus Glasgow, ein exzellenter Musiker (Münchener Philharmoniker, Bayreuth, Wiesbaden) und zugleich moderierender Musikclown, dessen Spezialübung ist, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Seitdem er sich bei einem «Blechschaden»-Konzert seines virtuosen Ensembles mit Gerhard Franke, Organist und Orgelbaufanatiker in Kolbermoor, angefreundet hatte, stand das Versprechen im Raum, einmal ein Orgelbau-Wohltätigkeitskonzert mit den drei Ensembles aus Kolbermoor zu veranstalten.

Es war verblüffend, wie Bob Ross seine Moderationen mit den 111 Schottenwitzen aus seiner Autobiographie zu garnieren wusste. So witzelte er anspielend auf seine geringe Körpergröße von 155 Zentimetern: «Wenn jetzt das Kultusministerium auch tatsächlich überall kürzt, mich kann man nicht mehr kürzen». Im selben Atemzug lobte er die drei Kolbermoorer Amateurorchester mit einem seiner unzähligen Unterschied-Witzen: «Amateure haben die Arche Noah gebaut, aber Profis die Titanic».

Sicher wäre die Münchener Kultband «Blechschaden» mit ihren zwölf hoch qualifizierten Profimusikern nie zu ihrem sensationellen Können gelangt, wenn Bob Ross ausschließlich ihr kalauernder Entertainer wäre. Sein Können auf allen Blasinstrumenten von Trompeten und Hörnern über Euphonium und Tuba bis zum Gartenschlauch, sein feines Gehör, seine Probendisziplin und seine mitreißende dirigentische Wucht formten sein eigenes Ensemble. An diesem Konzertabend in der «Kolbermoorer Philharmonie» war es deutlich zu hören, wie allein schon die Anwesenheit dieses Ausnahmemusikers auf die drei Ensembles abfärbte.

Den auffallendsten Qualitätssprung hatte durch etliche Sonderproben die Stadtkapelle gemacht. Ob bei der Stolc-Ouvertüre, der Blumen-Fantasie oder den Klarinetten-Launen, nirgends blieben die 25 Musiker den Absichten der Komponisten etwas schuldig. Man begann feierlich-hymnisch, steigerte sich über Kavallerie-Anklänge zu aufwühlenden Gewitter-Orgien und folgte den feinen Zeichen des Dirigenten Michael Weingartner äußerst aufmerksam. Alle heiklen solistischen Einwürfe und Überleitungen der Posaune und der Baritone, des Schlagzeugs und des Klarinettenduos gelangen virtuos, tonschön und exakt. Speziell die «Klarinetten-Launen» entpuppten sich als ein echter Ohrwurm und attraktiver Joker, der in das Repertoire der Stadtkapelle aufgenommen werden sollte.

Weingartners Akkordeonorchester schien für Bob Ross eine nie zuvor gehörte Attraktion gewesen zu sein. Er ließ sich bei dessen Stücken immer wieder zu «Bravissimo»-Rufen hinreißen und dirigierte das letzte Stück sogar mit seinem Stargast-Blumenstrauß mit. Die 15 Akkordeons musizierten aber auch wie von einem einzigen Atem geführt und von einer Hand gespielt unter der unauffälligen Direktion von Michael Weingartner am Bassakkordeon.

Günther Obermeiers Jazzband «Jazzed Married» bestach mit satten Saxophonduos, einfallsreichen Posaunenimprovisationen und einer silberhellen Trompete auf dem festen Fundament von lasziven Klavier-, abgrundtiefen Bassgitarre- und akrobatischen Schlagzeugsequenzen. Ihr «Honigduft» schmeichelte den Sinnen. «Optimistico» entpuppte sich als eine Rumba im Jazz-Ballkleid mit schmissigen Melodieneinwürfen aller sechs Solisten und bei «Chicken» entfaltete die Bassgitarre ein umjubeltes, artistisches Solo in allen zwölf möglichen Lagen.

Zum Schluss dirigierte der «Blechschaden»-Maestro sogar noch selbst die Stadtkapelle bei dem Marsch «Mein Heimatland» und entlockte ihr mit seiner clownesken und vehementen Dirigierkunst größte Aufmerksamkeit und unerwartete Klangwunder. Das Kolbermoorer Publikum bejubelte einen agilen und witzigen Moderator sowie drei ausgezeichnete Ensembles. Und ein strahlender Organist Gerhard Franke war seinem Traum, einer neuen Orgel für Wiederkunft Christi, wieder einen ordentlichen Schritt näher gekommen.

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2004

Vielseitiges Akkordeonspiel: Großartiges Konzert des Ensembles im Mareis-Saal

Kolbermoor (js) - Als am Ende des ereignisreichen musikalischen Abends Orchesterchef Michael Weingartner seine ehemaligen aktiven Mitglieder aufforderte aufzustehen, waren alle Zuhörer überrascht, wie riesig doch die Zahl der Akteure war, die sich speziell für dieses Konzert zur jetzigen Formation gesellte. Es war schon beeindruckend, über 40 Akkordeons im klanglichen Einsatz zu erleben und Michael Weingartner hatte in der Stabführung zu jeder Minute seine Truppe im Griff.

Mit dem Einstieg machten es sich die Musikerinnen und Musiker nicht leicht. Zu bekannt ist Franz von Suppés Ouvertüre zu "Dichter und Bauer". Ausgezeichnet gelang die in den rhythmischen Wechseln schwer zu fassende "Slavonska Rhapsodia" und Hardimans gediegener "The Lord Of The Dance" verlangte und bekam auch höchste Konzentration. Florian Schauer und Philipp Wieczorek präsentierten den ersten Satz des Konzerts für zwei Akkordeons von Kurt Mahr musikalisch aufgeweckt und nur mit kleinen Kanten versehen.

Ganz in seinem Element war das Orchester zur Freude des Publikums bei den griffigen Kompositionen von Astor Piazzolla bis hin zum traditionellen Johann Strauss. Nach der schmissigen "Tritsch-Tratsch-Polka" schickten die Künstler mit einem flotten Bavarian Dixie die Gäste bei bester Laune an die Getränkebar.

Eingebettet in die Institution der städtischen Musikschule sieht Weingartner es als seinen vordersten Auftrag an, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Das gelingt sehr erfolgreich, denn mit einer luftigen Tarantella und dem heiteren Marsch "Jugend voran" legte die junge Truppe ihre vorzügliche und hoffnungsschimmernde Visitenkarte vor. Mühelos und mit großem Erfahrungsschatz ausgestattet, fügten sich zum Finale die ehemaligen "Akkordeonisten" ins Orchester ein.

Wieder hervorragend der Ausflug in rhapsodische Gefilde. Souverän im Vortrag Renato Buis "Intermezzo in Blue" und reichlich Spielwitz im Potpourri "Brasilia". "Music" von John Miles lieferte dann das exquisite Sahnehäubchen drauf. Da spürte man so richtig das steigende Stimmungsbarometer im bestens gefüllten Mareis-Saal.

Josef Sedlbauer hatte das Vergnügen, mit Wissenswertem und Witz zur Musik und den Komponisten durch den Abend zu führen, der einmal mehr die Raffinesse des Akkordeonspiels demonstrierte, aber auch deutlich machte, welchen kleinen Schatz die Mangfallstadt und ihre Musikschule da vorzuweisen hat.

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